Bühnenkantengespräch

Kenne den Schauspieler und Kabarettisten Christoph Fälbl seit mehr als 25 Jahre. Unser letzte gemeinsame Arbeit war nun das Theaterstück „Treppauf Treppab“ im September 2018. Knapp nach der Premiere habe ich mich mit ihm kurz vor der Vorstellung hingesetzt und wir haben vor dem laufenden iPad ein wenig übers Stück, über uns und Humor herumgeblödelt. Enjoy.

Treppensteigen

… soll ja gesund sein, also probe ich derzeit fleißig das Stück „Treppauf Treppab“ des englischen Autors Alan Ayckbourn

Alan Ayckbourn, 1939 in London geboren, war ursprünglich Schauspieler, ehe er zu einem der populärsten Gegenwartsdramatiker Großbritanniens wurde. Viele seiner über 70 Stücke wurden in mehrere Sprachen übersetzt und sind durch zahlreiche Aufführungen bekannt geworden. Ayckbourn entstammt der englischen „middle class“. Und genau über Menschen aus dieser sozialen Schicht schreibt er mit scharfer Beobachtungsgabe. Er lebt in Scarborough, einem Seebad im ländlichen Yorkshire und leitet dort das Stephen Joseph Theatre. Hier wurde „Treppauf Treppab“ („Taking Steps“) 1979 uraufgeführt.

In dieser Farce – für Ayckbourn bedeutet dies, dass das Publikum vom Wahrscheinlichen zum höchst Unwahrscheinlichen geleitet wird – lernen wir nur Menschen kennen, die auf den ersten Blick brave Bürger sind. Hinter dieser Anständigkeit lauert jedoch mancher Abgrund.

Die Liebespaare

Das besondere an dem Stück ist, es spielt in einer Villa wo drei Räume übereinander sind. Bespielt werden aber alle Räume auf einer Ebene. Siehe auch den Bühnenbildentwurf oben. Das ergibt die Möglichkeit für viele verrückte optische Situationen.

Alle Figuren sind nicht glücklich mit der aktuellen Lebenssituation in ihrem Leben und versuchen es nun, diese nicht gerade mit Samthandschuhen zu ändern. Das führt zu absonderlichen, teilweise irrwitzigen Situationen. Ich lasse das Stück Ende der Sixties außerhalb von Wien spielen. Und verstärke, weit mehr als in der Vorlage beschrieben, das Slapstick Element der Situationen.

Es spielen: Tanja Prinz, Roswitha Straka, Peter Faerber, Christoph Fälbl, Markus Mitterhuber und Robert Notsch. (Das Teamfoto entstand noch in einer anderen Bühnendekoration.)

Treppauf Treppab Ensemble

Die Dekoration wird nämlich nur angedeutet, damit man durch Wände, in Schränke und in andere Räume sehen kann.

Hier der Original Entwurf des Autors.

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Hier unsere Version. (Bühnenbild: Robert Notsch)

Gloriatheater-2018-treppauftreppab04-01

Die Proben laufen für uns noch bis Mitte Juli, dann kommt der (unvermeidliche) Sommerurlaubs Break. Ende August sind dann die letzten Feinarbeiten und Premiere ist am 10. September 2018 im Wiener Gloria Theater.

Ein Besuch würde uns freuen, Termine sind auf der Webseite des Theaters einzusehen.

 

 

Fingerübung

… im Jahr 2006 bekam ich die Möglichkeit ein zu der Zeit neues 16mm Filmmaterial für Kodak zu testen. Damals wollte Kodak anscheinend den aufstrebenden Digitalkameras die Stirn bieten und einen hoch empfindlichen Negativfilm auf den Markt bringen. Der mit weniger Licht auskommt, als die anderen, ähnlichen Filme.

Eigentlich hat mich so ein Test Dreh, wo man meisten nur irgendwelche Gegenstände unter bestimmen Licht- und Blendensituationen abfilmt, nicht interessiert. Dann kam mir aber der Gedanke, ich könnte das nutzen um einen Kurzfilm zu drehen. Und zwar in einem Genre, welches mir selten angeboten wird. Dem Thriller.

RENDEZ-VOUS

Storyboard Szene „Final Szene“

Die Voraussetzung war bei dem Test, die Szenen mit drei unterschiedlichen Filmmaterialen zu drehen. Das hieß auch für den Kurzfilm, alle Szenen mussten dreimal mit anderen Materialien gedreht werden. Die Kameraleute Dani Purer und Robert Dorner und ich beschlossen, dass wir den neuen Film als Basismaterial für unseren Kurzfilm nehmen und wenn notwendig, die Szenen auch nur auf dem Material wiederholen. Das andere Filmmaterial war nur für die Testreihe.

Von der Produktionsfirma Gebhardt Productions bekam ich für den Dreh 2 Drehtage und eine kleine Crew. Damit wusste ich, die Geschichte darf nicht zu aufwendig sein und vor allem, ich wollte auf Dialoge ganz verzichten. Die sind bei einem Thriller oft gar nicht notwendig. Es sollte nur ein Schlusssatz fallen. eine Art Pointe. Ganz konnte ich also doch nicht weg von meinen Comedy Image.

Ich wollte unbedingt eine Geschichte drehen, wo man sich erst am Ende „auskennt“. Geholfen hat mir in der Postproduktion dann auch Christian Pilsl, der den Kurzfilm geschnitten hat.

RENDEZ-VOUS

Storyboard Szene „Nach der Tiefgarage“

Als Titel hatte ich bald Rendez-Vous. Als Darsteller bekam ich, die großartige Franziska Weisz und den tollen Geza Terner. Da Geza Terner mehrere Sprachen beherrscht, habe ich beim Dreh dann beschlossen den einzigen Satz des Films in mehreren Sprachen aufzunehmen. Wir haben den Satz in Englisch, Spanisch, Französisch und Italienisch gedreht. Am Ende wurde es die französische Version, auch wegen dem Filmtitel.

Anmerkung zum Video: Leider ging über die Jahre die Original Kopie irgendwo verloren, ich habe nur mehr die oben eingestellte Version, die etwas zu stark im Bild „griselt“. 

Besten Dank allen Menschen, die damals mitgearbeitet haben.